Health Claims Verordnung

Diese Verordnung wurde von der EU erlassen und untersagt gesundheitsbezogene Angaben bei Lebensmitteln, wenn sie nicht von einem von der EU vorgegebenen Verfahren wissenschaftlich genehmigt wurden. Für diese wissenschaftliche Anerkennung ist die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) zuständig, die abschließende Entscheidung über eine Zulässigkeit trifft die Europäische Kommission. 

In der Theorie soll diese Verordnung dem Verbraucherschutz dienen und Unternehmen daran hindern, Produkte mit Aussagen zu bewerben, die sie laut EU nicht haben.

Die folgenden Absätze spiegeln unsere persönliche Meinungsfreiheit wieder:

Die Praxis sieht leider ganz anders aus: Zum einen ist es nun den großen multinationalen Lebensmittelkonzernen erlaubt, ein ansonsten ungesundes Produkt, das z.B. viel zu viel Zucker und Fett enthält, als gesund zu bewerben, indem dieses einfach mit Vitaminen künstlich angereichert wird. Vitamine sind als "Claims" von der EU freigegeben und schon wird aus einem ungesunden ein gesundes Produkt. 

Zum anderen ist automatisch verboten, was nicht eingereicht oder noch gar nicht untersucht wurde. Kleinere Hersteller haben gar nicht das Budget und den langen Atem, den man braucht, um sein Produkt durch diese Bürokratie durchzuboxen. Auch wenn sich das jemand antut, werden die meisten gesundheitsbezogenen Aussagen sehr schnell abgelehnt, obwohl es Studien dazu gibt. Denn ob eine wissenschaftliche Studie "richtig" oder "falsch" ist, entscheidet einzig und allein die EFSA. Man hüllt sich hier in den Nimbus des Unfehlbaren und eine gewisse Lobbyarbeit tut dann ihr übriges. Zudem liegen aktuell noch über 2.000 pflanzliche Stoffe der EU zur Bewertung vor, die aber noch gar nicht bewertet wurden, was sich wahrscheinlich noch über Jahrzehnte hinziehen wird. Und dann dreht man sich wieder im Kreis, denn was nicht bewertet wurde, gibt es nicht und ist dann automatisch verboten.

Jahrhundertealte Erfahrungswerte spielen übrigens ebenfalls keine Rolle. So werden wir den gesundheitsbezogenen Angaben über alle Heilkräuter beraubt. Jeder hat z.B. schon die Erfahrung gemacht, dass ein Salbeitee gut gegen Halsschmerzen wirkt. Das darf man dank der Regulierungswut der EU so aber nicht mehr aussagen, wenn man einen Salbeitee damit bewerben möchte. Jedes Wort wird hierbei auf die Goldwaage gelegt, so darf ein Bier nicht mehr "bekömmlich" sein, ein Schwarztee nicht mehr "konzentrationsfördernd" und man sollte es sich dreimal überlegen, ob man das Wort "gesund" in irgendeiner Art und Weise formuliert. Besser nicht. Lustigerweise sieht die EU in Red Bulls bekanntem Slogan "verleiht Flügel" keinerlei Beanstandung, auch wenn dadurch suggeriert wird, man werde durch dieses Getränk fitter und leistungsfähiger. Es ist leider wie so oft im Leben: Die Großen kommen ungeschoren davon und die Kleinen müssen bezahlen.

Zum Glück gibt es einen Ausweg: Du bist ein Mensch mit eigener Urteilsfähigkeit und kannst Dir im Internet und in der Literatur eine eigene Meinung zu den Produkten samt Zutaten bilden. Denn wollen wir einen mündigen Verbraucher, der sich kritisch mit diversen Thematiken auseinandersetzen kann oder einen Trottel, der zu allem Ja und Amen sagt, was ihm von einer Behörde vorgekaut wird?